ZUR KUNST


Zu Alberto Giacometti
(Kunsthaus Zürich 2001)

Die Scheu ist eine
Gesellschafterin,
Behutsamkeit
jenseits der Worte.


Namenstill
in den Höhlen
des Gesichts. Wer
kommt zum Anfang?


Gefragtes Land.
Landschaft,
Verwandtschaft
im Profil.
Vorsicht, die Sicht
der Frage.



Zu Paul Cézanne
(Montagne Sainte-Victoire)

Die Flächern flimmern,
zimmern die Atmosphäre,
Bergwand und Verstand
des Lichtes, eine hohe Zeit
des Stimmens, Ton für Ton
bauen die Farben
das Unsichtbare.


In den Vordergründen
lagert das Bleiben,
beweglich ist das Denken
des Raumes, der viele Wege
hindurchziehen lässt und
die Kreuzungen auf sich nimmt,
die ganze Organisation
aller Teile, die eine
Verbindung eingehen.


Wenn der Raum nicht mehr leicht zu verstehen ist,
wenn es sich nicht mehr von selbst versteht, sich fest
einzurichten in den drei Dimensionen, fällt es schwer,
festzustehen. Und das ist die grosse Erleichterung.
Die Materie, die Raum ist, hat nicht das letzte Wort.
Nichts liegt auf der Linie. Die Energie, die in der Zeit
bewegt ist, eröffnet die Wege zur Gleichzeitigkeit.

Die Ansicht der Dinge hat ihre Ordnung, die äussere,
die sichtbare. Die Klarheit kann in Strukturen liegen,
die unsichtbar sind oder verborgen. Innen. Die Einsicht,
die Durchsichtigkeit, ein Wagnis von Beziehungen,
die Sichtbares und Unsichtbares eingehen. Was ist zu
verstehen? Feststehen ist nicht absolut. Alles ist relativ.
Wir setzen uns ins Verhältnis, wir relativieren uns.



Zu Ferdinand Hodler
(Genfer See)

Die Berge haben das Wasser,
die Flüsse ausgegossen,
die Horizonte halten sie auf.

Die Abende neigen sich,
ruhen die Flächen aus,
das Abbrechen im Licht.



Zu Emil Nolde
(in der Schweiz)

Eisgebet.
Gewiss sein
am Ende.
Die Welt steht
am Anfang.

Feuerwindstille
und das Verbergen
der Sprache,
die aufbricht über
und unter den Wassern.